Das Einberufungsschreiben ist da

Prüfe zuerst, ob du wirklich eine Einberufung bekommen hast, oder ob es sich etwa um eine Ankündigung zur Einberufung handelt.

Mit dem Einberufungsschreiben ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, sofort den Kriegsdienst zu verweigern. Du stellst den KDV-Antrag bei dem für dich zuständigen Kreiswehrersatzamt, das ihn an das Bundesamt für den Zivildienst weiterleitet. In deiner Begründung musst du unbedingt darauf eingehen, warum du erst so spät den KDV-Antrag gestellt hast. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Das Bundesamt bearbeitet deinen Antrag in der Regel schriftlich. Die Chancen für eine Anerkennung sind sehr hoch.

Bei dem KDV-Antragsverfahren musst du etwas ganz Wichtiges beachten: Du musst der Einberufung im Nachhinein noch zuvorkommen. Das ist möglich, wenn du das Einberufungsschreiben per Einschreiben bekommst (und so wird es in den meisten Fällen gehandhabt). Rechtlich gilt das Einschreiben erst mit Ablauf des dritten Tages nach Aufgabe zur Post als zugestellt (es gelten auch Sonn- und Feiertage). Entscheidend ist das Datum des Poststempels auf dem Briefumschlag.

Ein Beispiel: Wird der Einberufungsbescheid am Montag zur Post gegeben, gilt es rechtlich erst mit Ablauf des Donnerstag (24.00 Uhr) als zugestellt, auch wenn du ihn früher erhälst.

Wenn die Post normal arbeitet, bekommst du deine Einberufung so früh, dass du den Kriegsdienst verweigern kannst, bevor du rechtlich deine Einberufung erhälst. Du musst jetzt deinen KDV-Antrag (die anderen Unterlagen kannst du später nachreichen) sofort persönlich beim Kreiswehrersatzamt abgeben. Wenn möglich am gleichen Tag, an dem du die Einberufung erhalten hast. Am besten zu den Öffnungszeiten und lass dir eine Empfangsbestätigung geben (Beweis). Wenn die Zeit knapp wird, kannst du deine Verweigerung auch außerhalb der Öffnungszeiten in den Briefkasten beim Kreiswehrersatzamt einwerfen. Dann sollte eine zweite Person dies bezeugen können.

Auf keinen Fall darfst du den Antrag mit der Post senden, denn in diesem Fall gilt die 3 Tageregelung und dein KDV-Antrag würde zu spät eingehen.

In jedem Fall legst du mit einem getrennten Schreiben Widerspruch gegen den Einberufungsbescheid ein. Als Grund gibst du den KDV-Antrag an. Wichtig ist, dass du die im Einberufungsbescheid angegebene Widerspruchsfrist von 14 Tagen einhälst.

Wenn du die drei Tage verpasst hast, oder das Einberufungsschreiben per Zustellungsurkunde kommt (selten), solltest du trotzdem so schnell wie möglich verweigern. Je schneller du verweigerst, desto schneller wirst du anerkannt und musst nicht noch ein paar Tage zur Bundeswehr.



Created: 21.08.2000 Updated: 26.03.2004