Frage: Warum macht ihr eigentlich diese Kampagne?
Antwort: Die DFG-VK versteht sich als Interessenvertreter der Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistenden. Für die überwiegende Mehrzahl ist die Wehrpflicht und der Zivildienst ein vom Gesetz vorgeschriebenes Übel und bringt erhebliche Nachteile für die berufliche Lebensplanung.

Die Abschaffung der Wehrpflicht liegt deshalb im Interesse vieler Kriegsdienstverweigerer. Wenn die Kampagne erfolgreich sein sollte werden immer weniger den Kriegsdienst verweigern, die Wehrungerechtigkeit wird zunehmen und die Wehrpflicht wird selbst von Scharping nicht mehr zu rechtfertigen zu sein.

Die Wehrpflicht bedeutet auch eine Militarisierung der Gesellschaft und im Selbstverständnis vieler Menschenrechtler eine Verletzung des Grundrechtes auf Leben (Schließlich wird man vom Staat im Ernstfall gezwungen für irgendwelche unbedeutenden Ideale und Ziele sein Leben zu geben). Die Abschaffung der Wehrpflicht wäre zumindest in diesen beiden Fragen ein Fortschritt.

Frage: Wie lange kann ich eingezogen werden?
Antwort: In der Regel kannst du bis zum Alter von 23 Jahren eingezogen werden (Beachte Ausnahmen!).
Frage: Wie sollte man sich bei der Musterung verhalten?
Antwort: Du kannst alles offen lassen: Bei der Musterung wirst du gefragt, ob du einen KDV-Antrag stellen möchtest. Du kannst die Frage verneinen oder mit "Ich habe mich noch nicht entschieden" beantworten. Im Anschluss an die ärztliche Musterungsuntersuchung erfolgt in der Regel die "Eignungsuntersuchung und Eignungsfeststellung", ein Eignungstest für militärische Verwendungen. Auch bei diesem Test kannst du dich "neutral" verhalten, also alles normal ausfüllen, solltest aber keine Verwendungswünsche, oder Bereitschaft zu freiwilligem Wehrdienst oder Auslandsverwendungen angeben.
Weiteres auf der Seite Bei der Musterung.
Frage: Ist es legal/legitim später zu verweigern?
Antwort: Ja. Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes sichert dir das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen zu. Dies gilt zu jedem Zeitpunkt. Wer erst verweigert, wenn er einberufen wird, hat die gleiche Chance, anerkannt zu werden, wie jeder andere Wehrpflichtige. Wer erst nach der Einberufung verweigert drückt sich nicht, sondern leistet genauso seinen Dienst, wie die Wehrpflichtigen bei der Bundeswehr.
Frage: Warum kann ich als KDVer nicht das Glück haben, nicht dran zu kommen?
Antwort: Es gibt genügend Zivildienststellen, so dass nahezu jeder anerkannte Kriegsdienstverweigerer Zivildienst leisten muss. Bei der Bundeswehr ist es dagegen so, dass mangels Ausbildungsplätzen nicht jeder Wehrpflichtige einberufen wird.
Frage: Was heißt Einberufung?
Antwort: Die Einberufung ist ein Befehl, zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort den Wehrdienst bei der Bundeswehr anzutreten.
Frage: Wann kann ich mir eine Zivi-Stelle suchen?
Antwort: Du kannst dir jederzeit Zivildienststellen anschauen. Solange du aber noch nicht weißt, ob du einberufen wirst, kannst du natürlich auch keinen Zivildienstplatz bekommen.
Frage: Muss ich bei der Bundeswehr antreten, wenn ich zu spät verweigere?
Antwort:

Wenn In der Regel wird dein KDV-Antrag vom Bundesamt für den Zivildienst noch vor dem Dienstantritt bei der Bundeswehr entschieden. Wenn du alle notwendigen Unterlagen eingereicht hast und die KDV-Entscheidung gut begründet ist, wirst du anerkannt. In Einzelfällen werden Wehrpflichtige zur Bundeswehr einberufen, wenn sie erst wenige Tage vor dem geplanten Dienstantritt verweigern oder nicht alle notwendigen Unterlagen eingereicht haben.

Daher solltest du rechtzeitig alle Unterlagen beisammen haben. Wichtig ist deine schriftliche KDV-Begründung. Dein KDV-Antrag sollte ausführlich begründet sein (eine halbe Seite reicht da nicht aus). Die Zusage einer Zivildienststelle (schriftliche Einverständniserklärung) unterstützt die Ernsthaftigkeit deines KDV-Antrages sowie deine Glaubwürdigkeit.

Nach der Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer wird die Einberufung zur Bundeswehr zurückgenommen. Stattdessen bekommst du die Einberufung zum Zivildienst zu dem von dir vereinbarten Termin..

Frage: Wieviele Leute sind schon wie Dieter um den Zivildienst herumgekommen?
Antwort: Mehr als 55 Prozent aller Wehrpflichtigen werden derzeit nicht zum Wehrdienst herangezogen.
Frage: Welche Unterlagen brauche in für einen KDV-Antrag?
Antwort: 1. den KDV-Antrag
2. einen Lebenslauf in tabellarischer Form
3. eine ausführliche schriftliche Begründung des KDV-Antrags
Nur wenn alle drei Schriftstücke eingereicht sind, kann über den KDV-Antrag entschieden werden. Fehlt etwas wirst du aufgefordert, die fehlenden Unterlagen binnen einer Frist nach zureichen.
Du solltest die Fristen unbedingt einhalten, sonst wirst du als Kriegsdienstverweigerer abgelehnt.
Frage: Wer entscheidet über den KDV-Antrag?
Antwort: Alle KDV-Anträge werden im schriftlichen Verfahren beim Bundesamt für den Zivildienst entschieden. Wenn alle Unterlagen vorliegen, ist die Anerkennungsquote bei fast 100 %.
Frage: Welche KDV-Anträge werden abgelehnt?
Antwort: Alle KDV-Anträge, die trotz Mahnung nicht vervollständigt werden, müssen vom Bundesamt für den Zivildienst nach der Gesetzeslage abgelehnt werden. In Einzelfällen führt auch die fehlende Qualität in der schriftlichen Begründung zur Ablehnung. Das kannst du alles verhindern, wenn du unsere Tipps beachtest.
Frage: Was mache ich, wenn ich als Kriegsdienstverweigerer abgelehnt werde?
Antwort: Beim Bundesamt für den Zivildienst wirst du abgelehnt, wenn du
a. die Unterlagen nicht fristgerecht einreichst
b. wenn deine Begründung unschlüssig ist.
Gegen die Ablehnung legst du beim Bundesamt für den Zivildienst Widerspruch ein. Du musst
a. deine Unterlagen vollständig und fristgerecht ans Bundesamt senden und
b. deine inhaltliche Begründung der KDV ausführlich und schlüssig formulieren.



Created: 21.08.2000 Updated: 15.10.2007